Neubeginn?


Aller Neubeginn startet in einer diffusen Wolke, einem Haufen Zellschaum, einem Stein ohne Konturen. Jeder Architekt, jeder Künstler fängt mit einer Wolke an, um mit Hammer und Kettensäge erste Konturen heraus zu Arbeiten.

Fängt man so an, stellt man fest, das sich glücklicherweise das herausarbeiten von Details endlos fortsetzen lässt.

Die Sache ist jedoch die, das wir bereits eine sehr detailreich geschaffene Lebensform geschaffen haben, an der bereits viele hunderte und tausende von Jahren gearbeitet wurde. Eine Lebensform, die gerne und viel wächst und auch wachsen soll.

Jedoch lässt sich in dieser Lebensform keine innere Struktur erkennen. Unzählige verschiedenartigste Dinge sind auf irgend eine weise miteinander verknüpft, bzw. verschmelzen miteinander zu größeren oder anderen neuen Kreationen.

Von nahem betrachtet ergeben all diese Verbindungen, Verknüpfungen und Werdensprozesse durchaus Sinn. Niemand kann sagen, das daran etwas Falsch sei.

Von weitem betrachtet erscheint das komplexe Gesamtgebilde jedoch eher wie ein durch und durch lebendiger Komposthaufen, bzw. wie ein Haufen Zellschaum.

Wenn ich also unseren derzeitigen Entwicklungsstand der Menschheit mit irgend etwas vergleichen sollte, würde ich es mit dem Zellschaum im Mutterleib vergleichen.

Der darin enthaltene Gen-Code jeder einzelnen Zelle in der Lebensform ist also noch gar nicht zum Tragen gekommen.

Ich denke, wir stehen vor der Frage, was aus uns als ganzes betrachtet letztendlich für eine Art von Lebensform werden soll, bzw. gibt es bereits einen Gen-Code oder lässt sich ein Gen-Code kreieren der es erlaubt, eine selbstständige und selbstbewusste Lebensform mit allen dafür benötigten Grund-Eigenschaften und Grund-Funktionen entstehen zu lassen. Eine Lebensform die ihren Gen-Code nicht als Korsett, sonder als Grundgerüst empfindet, mit dessen Hilfe sie sich umso freier, selbstbewusster und nach ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen entfalten und wachsen kann.

Wie diese Lebensform letztendlich in all ihren Details aussieht, ist nicht von Belang. Um so wichtiger ist es aber, so denke ich, das sie dauerhaft lebensfähig ist und sich selbst gefällt.

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Die Frage ist nun, sind wir bereit für etwas neues, bzw. einen Schritt weiter, oder nicht.

Bevor wir uns jedoch nicht im klaren darüber sind, wer wir sind und wo wir stehen – bevor wir nicht wirklich jeden möglichen Aspekt unseres (noch) jetzigen Zustandes bis zur Gänze ausgelebt und erfahren haben, sollte man nicht weiter gehen.

Denn es gibt wohl nichts schlimmeres, als eine nicht abgeschlossene und unausgefüllte Kindheit in der Erinnerung seines Lebens zu haben.